Werner Friedmann – einer der einflussreichsten Journalisten Deutschlands im 20. Jahrhundert. Er war ein brillanter Analytiker und ein wahrer Innovator. Friedmann war Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung und spielte eine Schlüsselrolle bei der Etablierung des demokratischen Journalismus im Nachkriegsdeutschland. In diesem Artikel erzählen wir von seiner Karriere und dem Vermächtnis, das er zukünftigen Medienschaffenden hinterlassen hat. Mehr auf munich1.one.
Karrierebeginn und erste Herausforderungen

Werner Friedmann wurde 1909 in München geboren, verbrachte seine Jugend jedoch in Berlin. Er war der Sohn eines europäischen Kinderarztes und einer in Bayern geborenen Hausfrau. Nach dem Tod seines Vaters kehrte seine Mutter mit den Kindern nach München zurück.
Werner Friedmann studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Bereits während seines Studiums arbeitete er als Reporter für die Zeitung Süddeutsche Sonntagspost. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde Friedmann verhaftet und bis Ende des Jahres festgehalten.
Nach seiner Freilassung arbeitete und lebte er in Berlin und verdiente seinen Lebensunterhalt mit Übersetzungen. 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und in den Krieg geschickt. 1945 geriet er in England in Kriegsgefangenschaft. Nach Kriegsende kehrte er zu seiner journalistischen Arbeit zurück.
Arbeit bei der Süddeutschen Zeitung
Er begann als Leiter der Bayern-Redaktion der Süddeutschen Zeitung und wurde bereits ein Jahr später einer der vier Lizenzträger der Zeitung. 1948 übernahm Friedmann die Leitung der Redaktion, die beauftragt wurde, im Rahmen der Internationalen Presse-Ausstellung ein Bildungsprogramm durchzuführen. Das Bildungsprogramm zielte darauf ab, den Deutschen die Bedeutung der Presse für die Demokratie zu vermitteln.
Von 1951 bis 1960 war er Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung. Zur gleichen Zeit gründete er das Werner-Friedmann-Institut, das Journalisten nach amerikanischem Vorbild ausbildete. Am Institut hielten die besten Journalisten des Landes Vorlesungen.
Zweite Verhaftung und Tod

1960 wurde Friedmann wegen Unzucht und Kuppelei verhaftet. Damals war dies eine strafbare Handlung. Er wurde zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der Journalist musste seinen Posten bei der Süddeutschen Zeitung aufgeben. Auch das Werner-Friedmann-Institut wurde in Deutsche Journalistenschule umbenannt. Danach konzentrierte er sich auf die Arbeit an seinem Projekt, der Abendzeitung.
Friedmann litt an Diabetes, woran er 1969 starb. 1975 wurde die Werner-Friedmann-Stiftung zur Unterstützung älterer und bedürftiger Journalisten in München gegründet.
Über die Deutsche Journalistenschule
Die Deutsche Journalistenschule existiert bis heute. Sie ist eine von Verlagen und anderen Medien unabhängige Schule. Die Arbeit der Schule wird von 54 Institutionen finanziert, darunter der Bayerische Journalisten-Verband und der Deutsche Journalisten-Verband.
Friedmann ließ sich von der Graduate School of Journalism der Columbia University inspirieren, die er während einer Reise in die USA besuchte. Er wollte, dass der Journalismus hier nicht von Akademikern, sondern von erfahrenen Journalisten gelehrt wird. Die Deutsche Journalistenschule orientiert sich auch heute noch an den Prinzipien und Ideen Friedmanns.
Friedmann war der Ansicht, dass ein Journalist unabhängig von politischem Druck, wirtschaftlichen Interessen oder staatlicher Macht sein muss. Er bestand stets auf der Überprüfung von Fakten und einer tiefgehenden Analyse der Ereignisse.
Jedes Jahr werden hier 45 Studierende ausgebildet. Die Ausbildung umfasst Kurse in den Bereichen Print, Radio, Fernsehen und Crossmedia. Zudem müssen alle Studierenden zwei Pflichtpraktika absolvieren.
Werner Friedmann hat eine wichtige Spur in der Geschichte des deutschen Journalismus hinterlassen. Sein Beitrag zur Gestaltung der demokratischen Presse nach dem Zweiten Weltkrieg, die Gründung der Deutschen Journalistenschule und sein Engagement für die Berufsethik setzten neue Maßstäbe in der Medienbranche. Trotz der Skandale und kontroversen Momente in seiner Biografie bleiben seine Ideen über die Unabhängigkeit des Journalisten, die Faktenüberprüfung und den Dienst an der Gesellschaft auch heute noch relevant.
