In der heutigen Welt ist es für Künstler wichtig, moderne Technologien in ihrer Kunst zu nutzen. Der deutsche Künstler Markus Oehlen tut dies sehr erfolgreich. Seine Werke sind ein kühner Angriff auf die gängigen Vorstellungen von Kunst, Komposition und Form. Er begann in der Punkszene Deutschlands in den 1980er Jahren und ist heute einer der interessantesten Vertreter der postmedialen Malerei. In diesem Artikel erzählen wir von seinem kreativen Weg und den Themen, mit denen er arbeitet. Mehr auf munich1.one.
Werdegang
Markus Oehlen wurde 1956 in der deutschen Stadt Krefeld geboren. Sein Vater war Designer und Karikaturist, sodass er in einer kreativen Atmosphäre aufwuchs und sich entwickelte. Von 1971 bis 1973 absolvierte Oehlen eine Ausbildung zum technischen Zeichner. Von 1976 bis 1982 studierte der zukünftige Künstler an der Kunstakademie Düsseldorf. An der Akademie war er Schüler des bekannten Schweizer Künstlers Alfonso Hüppi.
Bereits während seines Studiums begann er, aktiv zu arbeiten und interessante Projekte zu realisieren. Der Höhepunkt seines Schaffens lag in den 1980er Jahren, als die Kunst auf politische Instabilität und Krisen reagierte. Markus Oehlen war eng mit der Punk-Kultur verbunden, was seine radikale Haltung zur Kunst prägte. Damals wurde er einer der Mitbegründer der Bewegung „Neue Wilde“.
In den 2000er Jahren begann Oehlen, aktiv mit digitalen Technologien zu arbeiten und hybride Gemälde zu schaffen, die oft Grafik, gescannte Bilder und Malerei kombinieren. Seine Werke erinnern an visuelles Rauschen und das Internet, wo Massen- und Hochkultur oft nebeneinander existieren.
Die „Neuen Wilden“

Die „Neuen Wilden“ sind eine Künstlergruppe, die in Deutschland und Österreich entstand. Die Künstler dieser Bewegung malten oft großformatige Bilder mit leuchtenden Farben und energischen Pinselstrichen. Es sind sehr expressive Werke, die durch ihre Emotionalität beeindrucken.
Die Kunstbewegung entstand als Opposition zu den Avantgarde-Bewegungen und der minimalistischen Kunst. Die jungen Künstler wollten in ihrer Kunst vollständig auf Intellektualität verzichten und sie durch die Freiheit des Selbstausdrucks ersetzen. Man kann sagen, sie arbeiteten daran, die etablierten Konventionen der Kunst zu durchbrechen. Markus Oehlen war einer der Begründer dieser Bewegung. Jedoch war er weniger auf politischen Protest ausgerichtet. Er konzentrierte sich vielmehr auf die Suche nach interessanten visuellen Formen.
Seine Gemälde enthalten Anleihen aus der Popkultur. Die vielfältigen Arbeitstechniken und der vielschichtige Bildaufbau legen einen Vergleich mit dem Sampling in der modernen elektronischen Musik nahe.
Tätigkeit in München
Seit 2002 lehrt Markus Oehlen an der Akademie der Bildenden Künste in München. Dies ist eine der renommiertesten Kunsthochschulen Deutschlands. Während seiner Lehrtätigkeit an der Akademie setzte Oehlen den Studierenden keine starren Grenzen, sondern ermutigte sie zu Experimenten und visueller Kühnheit.
Seit 2017 arbeitet Oehlen in einem Atelier im Norden Münchens, das vom Architekturbüro „Westner Schührer Zöhrer“ entworfen wurde. Das Ateliergebäude hat verschiedene Architekturwettbewerbe gewonnen.
Oehlens Musik
Neben der bildenden Kunst hat sich Oehlen immer auch mit Musik beschäftigt. Markus war Mitglied der Punkband „Charley’s Girls“. Er war auch Schlagzeuger in anderen Musikprojekten. Eine Zeit lang arbeitete Markus als DJ und wurde 1984 im Videomagazin „Für eine Handvoll D-Mark“ vorgestellt. 1981 gründete er zusammen mit Werner Büttner die Band „Kirche der Gleichgültigkeit“.
Teilnahme an großen Ausstellungen
Markus Oehlen hat seine Werke auf zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt. 1984 nahm er erstmals an einer großen Ausstellung in Düsseldorf mit dem Titel „Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst“ teil. Diese Ausstellung hatte zum Ziel, die Position der Stadt in der Kunstwelt zu stärken. Damals kritisierten die Medien dieses Projekt scharf, aber rückblickend kann man sagen, dass es eine der wichtigsten Ausstellungen des Landes in den 1980er Jahren war. 1993 präsentierte er die Ausstellung „Projects 39“ im Museum of Modern Art in New York.
