Die Geschichte der „Münchner Zeitung“: Gründung, Umbenennung und Eigentümer

Die „Münchner Zeitung“ wurde 1892 als „General-Anzeiger“ gegründet und 1898 in „Münchner Zeitung“ umbenannt. Der Gründer, August Huck (1849–1911), etablierte in ganz Deutschland politisch zurückhaltende Zeitungen, die überwiegend durch Werbung finanziert wurden und sich an die breite Mittelschicht richteten. Die Zeitung stand in enger Nähe zur Obrigkeit. Mehr auf munich1.one.

Die Entstehungsgeschichte der Zeitung

Im Jahr 1888 gründete August Huck, der damals in Frankfurt am Main lebte, die ersten beiden Tageszeitungen des Typs „General-Anzeiger“ in Nürnberg und Breslau. Dieser Zeitungsstil war damals neu, politisch neutral und parteilos. Ziel war eine hohe Auflage durch Werbefinanzierung.

Am 27. September 1892 gründete Huck zusammen mit dem Juristen Hermann Haas (1852–1902) den „General-Anzeiger der Kgl. Haupt- und Residenzstadt München“, mit dem Untertitel „Parteiloses Organ für alle“. Die Zeitung wurde zum Konkurrenten der damals führenden Münchner Zeitung „Münchener Neueste Nachrichten“.

Am 16. September 1898 wurde der Name in „Münchner Zeitung“ geändert. Sie erschien nun regelmäßig im „Münchener Zeitungsverlag GmbH“. Ab 1903 ergänzte die Zeitung den Feuilleton-Anhang „Die Propyläen“, den der Feuilleton-Redakteur Eduard Engel leitete.

Die „Münchner Zeitung“ unter den Gebrüdern Huck

Bis zu seinem Tod im Jahr 1911 kaufte und gründete August Huck zahlreiche weitere Zeitungen. Sein Unternehmen, die „Gebr. Huck und Verlagsgesellschaft Huck GmbH“ in Berlin, besaß bis 1917 zwölf Zeitungen mit einer Gesamtauflage von etwa 850.000 Exemplaren. Zwei Münchner Zeitungen machten davon etwa 22 % aus.

Hucks Sohn Wolfgang Huck (1889–1967) übernahm später die Leitung des Konzerns und baute das Portfolio weiter aus. Zum Unternehmen gehörte ein internationales Korrespondentennetz mit Büros in Berlin, London und Paris. Die „Münchner Zeitung“ war besonders bei der Mittelschicht und der kleinen Bürgerschaft beliebt.

Die „Münchner Zeitung“ von 1933 bis 1945

1933 passte sich die „Münchner Zeitung“ der nationalsozialistischen Gleichschaltung an. Unter dem Druck des NS-Regimes mussten jüdische Aktionäre ihre Anteile verkaufen, die später an Wolfgang Huck übergingen. Trotz Anpassungen und Propaganda erlebte die Zeitung einen drastischen Rückgang der Werbeeinnahmen.

1943 wurde die „Münchner Zeitung“ endgültig eingestellt. Ihre Abonnenten wurden an die „Münchener Neueste Nachrichten“ und den „Völkischen Beobachter“ weitergeleitet. Wolfgang Huck trat im selben Jahr der NSDAP bei.

Fazit

Die „Münchner Zeitung“ war ein bedeutendes Presseorgan, das über Jahrzehnte hinweg die lokale Medienlandschaft Münchens prägte. Sie spiegelt die politische und gesellschaftliche Entwicklung ihrer Zeit wider – von der Gründung als neutrale Zeitung bis zur Kontrolle durch das NS-Regime.

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